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EU_Projekt - EU Dermatology Survey: Versorgung von Hautkrankheiten und Allergien in Europa.

 

Projektkennung VfD_EU_Projekt_12_003107
Laufzeit von 05/2012 bis 12/2020
Webseitehttp://www.cvderm.de
Status des Projekts laufend

 

Projektbeschreibung

Fragestellung(en) Welche regionalen Unterschiede bestehen in der dermatologisch-venerolgischen Versorgung innerhalb Europas?
Hintergrund / Ziele Vergleichende qualitative und quantitative Bewertung der regionalen dermatologisch-venerologischen Versorgungssituation in Europa.
Methodik Neben einer systematischen Literaturrecherche werden die Daten in Surveys erhoben. Im Survey einbezogen sind ausgewählte Experten aus der EUMS (European union of medical societies, Sektion Dermato-Venerologie), die jeweils stellvertretend für eins der 38 Teilnehmerstaaten stehen.
Datenbasis Primärdaten
Sekundärdaten
Studiendesign Survey, Literaturrecherche
Untersuchte Geschlechter nicht untersucht
Untersuchte Altersgruppen nicht untersucht
Ergebnisse Zugang zu dermatologischer Versorgung in europäischen Ländern

Hintergrund und Zielsetzung: In Europa besteht ein nur eingeschränktes Wissen über gesundheits- und sozialpolitische Hintergründe der dermatologischen Versorgung. Bisher existieren für die Dermatologie keinerlei vergleichende Darstellungen des Behandlungsspektrums, der Behandlungsprozesse und der Behandlungsergebnisse in europäischen Ländern. Mit Hilfe einer Umfrage in 32 europäischen Ländern sollten Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der dermatologischen Gesundheitsversorgung aufgedeckt und beschrieben werden.

Materialien und Methoden: Eine Gruppe von internationalen Experten aus 40 Ländern der Sektion “Dermatologie und Venerologie” der UEMS (European Union of Medical Specialists) wurde unter Zuhilfenahme eines standardisierten Fragebogens zur dermatologischen Versorgungssituation in ihrem jeweiligen Land befragt. Wenn möglich wurden mehrere Vertreter eines Landes in die Befragung einbezogen und die Antworten auf Konsistenz geprüft. Bei widersprüchlichen oder inkonsistenten Antworten wurden Nachprüfungen veranlasst.
Fehlende Daten wurden durch eine Literaturrecherche und durch Analysen von Daten aus der Gesundheitsberichterstattung der OECD ergänzt.

Ergebnisse: Die Befragung deckte Unterschiede in der Struktur und Organisation der dermatologischen Versorgung in Europa auf. Durchschnittlich gehören 1,52 % (±0,57 %-Punkte) der Ärzte in den ausgewählten europäischen Ländern zur Gruppe der Dermatologen. Die sich daraus ergebende Anzahl von Dermatologen je 1 Million Einwohner beträgt 48 (±20 SD). Zum Vergleich: Im Durchschnitt praktizieren in den einbezogenen europäischen Ländern 3.130 (±930 SD) Ärzte pro 1 Mio. Einwohner. Der Unterschied könnte vornehmlich den strukturellen Komponenten der Gesundheitssysteme geschuldet sein
Die Abfrage ergab, dass das Tätigkeitsfeld und der Umfang der Behandlungskompetenzen von Dermatologen in verschiedenen europäischen Ländern sehr unterschiedlich ist, so beispielsweise im Bereich der chirurgischen Entfernung von suspekten Hautläsionen (Malignes Melanom sowohl als auch weißer Hautkrebs), bei der Behandlung der Psoriasis-Arthritis, bei der Phlebologie und bei der Allergiediagnostik.

Im Fall des Malignen Melanoms gibt es deutliche nationale Unterschiede bei den Letalitätsraten: Deutschland hat mit 15,5 % hinter der Schweiz (11,8 %) die zweitniedrigste Letalitätsrate in Europa. Die meisten Länder haben jedoch wesentlich höhere Raten, den höchsten Wert weist Polen mit 46,1 % auf.

Den Ergebnissen der Umfrage zufolge, weist die Behandlung durch einen fachärztlichen Spezialisten auf den Zugang zu einer qualitativ höherwertigen Therapie hin: Es besteht eine Korrelation zwischen der Behandlungshäufigkeit des Malignen Melanoms durch Dermatologen und den Letalitätsraten (R = -0.428, p = 0.001).

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der ersten Umfrage zur dermatologischen Versorgung in Europa zeigen charakteristische, länderspezifische Unterschiede in Art und Umfang der Versorgung. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der Effektivität und den Behandlungsergebnissen wider und sollen Ausgangspunkt für weitere Befragungen sein.

Forschende und kooperierende Einrichtungen

Projektverantwortliche

Förderung

Veröffentlichungen

Schlagwörter

 

Stand: 06.01.2014